![]() „Die Planungsarbeiten für die Hallgrímskirkja begannen 1929, der
Bau 1945. Die Kirche wurde nach dem isländischen Kirchenlied-Dichter Hallgrímur Pétursson (1614-1674) benannt. |
Entworfen wurde das Gebäude von dem Staats-Architekten Guðjón Samúelsson (1887-1950). Seinen Entwurf legte er 1937 vor. Im äußeren Erscheinungsbild dominiert der expressionistische Stil, ähnlich der Grundtvigskirche in Kopenhagen, die 1940 fertig gestellt wurde. Auffallend ist die Ähnlichkeit der Betonpfeiler, die sich in großer Zahl um den Turm der Hallgrímskirkja aneinander reihen, zu Basaltsäulen, einem gängigen Motiv der isländischen Landschaft. Die weiße Farbe erinnert an die Gletscher.
Das Innere der Kirche ist dagegen als konventionelle, fünfschiffige Basilika mit zahlreichen gotischen Merkmalen gestaltet, etwa Kreuzrippengewölbe und Spitzbogenfenstern. Die äußeren Seitenschiffe der Basilika treten gegenüber dem breiten Hauptschiff weitgehend zurück. Das sehr helle Innere der Kirche wird durch den weitgehenden Verzicht auf Buntglasfenster erzielt und hinter dem Hauptaltar kann man ungewöhnlicherweise durch zusätzliche Fenster Himmel und Wolken sehen.
Die Hallgrímskirkja wurde auf einen Hügel in der Stadt platziert, die Ihren 74,5 Meter hohen Turm noch größer erscheinen lässt. Sie prägt so das gesamte Stadtbild Reykjaviks.
Vor der Kirche und in ihrer Mittelachse befindet sich eine Statue von Leif Eriksson, die 1930 zur 1000-Jahr-Feier des Althing Island von den Vereinigten Staaten geschenkt wurde.
1929 war geplant, den Kirchturm gleichzeitig als Sendeturm für den Rundfunk zu nutzen. Er kann heute mit Hilfe eines Lifts befahren werden. Von der Aussichtsplattform – unmittelbar unter dem Glockenstuhl – bietet sich ein weiter Blick über Reykjavik und sein Umland. Der Turm trägt drei große Glocken und ein Glockenspiel mit 29 Glocken.“
Durch eine Spende erhielt die Gemeinde im Jahre 2009 die Möglichkeit, das Eingangsportal, das seit Einweihung der Kirche aus einer einfachen Holztür bestand, durch eine repräsentativen Türanlage zu ersetzen.
Ein isländischer Künstler entwarf die Türblätter und das Oberlicht aus Bronze. Die Fa. Strassacker aus Süssen goss die Türverkleidung in Bronzetafeln. Die Bronzetafeln wurden danach auf eine Stahlunterkonstruktion montiert. Die beiden Türflügel mit den innen und außen angebrachten Bronzetafeln haben eine Größe von 1000 x 3000 mm (Breite x Höhe). Das Gewicht liegt bei ca. 800 kg je Flügel.
Im Jahr 2009 erhielten wir den Auftrag zur Automatisierung des Gangflügels, da dieser von Hand kaum noch zu bewegen ist. Nach funktioneller und technischer Klärung mit unserem Auftraggeber wurde im Dezember 2009 in Süssen in einer Werkshalle die komplette Tür mit der im Boden verdeckt liegenden Antriebseinheit aufgebaut. Nach der erfolgreich verlaufenden Testphase wurde die Türanlage demontiert und komplett nach Island verschifft. In Reykjavik wurde die Türanlage gemeinsam mit unserem Auftraggeber der Türanlage im März 2010 innerhalb von 10 Tagen aufgebaut und in Betrieb genommen. Seit dem läuft die Türanlage ununterbrochen und wird jeden Tag von hunderten Kirchenbesucher und Touristen benutzt.
Quelle: Wikepedia leicht gekürzt