Der in der Mitte von Berlin gelegene Gebäudekomplex, in dem das
Auswärtige Amt seit 1999 seinen Sitz hat, ist sowohl in seiner
Architektur als auch in seiner
Historie interessant. Der
Altbau, der einst Domizil der Reichsbank und nach dem Krieg Sitz
des Zentralkomitee der SED, der Regierungspartei der ehemaligen DDR
war, wurde ab 1995 nach Entwürfen des Berliner Architekten Kollhoff
saniert. Der Umbau sah nur eine minimale Veränderung des Inneren
durch kleinere Rückbauten und die Umsetzung neuer Design-Konzepte
für innen und außen vor.
Diesem Gebäude gegenüber wurde ein architektonisch offener,
funktionell moderner Verwaltungsneubau nach den Entwürfen der
Berliner Architekten Müller und Reimann errichtet. Die
architektonische Konzeption des Neubaus als nicht-abgeschlossener
Block und die reichliche Verwendung von Glas sollen die Offenheit
zur Stadt ahnen lassen. Überdies soll mit dieser feingliedrigeren
Formung der rauen Erscheinung des Altbaus entgegen gewirkt
werden.
Die dargestellten Türanlagen waren der Hauptzugang zum alten Reichsbankgebäude bzw. ZK der SED. Durch den später vorgesetzten Neubau sind die Türen zum wichtigsten Übergang zwischen beiden Gebäudekomplexen geworden. Zudem befindet sich zwischen beiden Komplexen der sogenannte Ehrenhof. Hier werden die Staatsgäste des Auswärtigen Amtes feierlich begrüßt.
Die Türanlagen haben eine Höhe von ca. 4.000 mm und ein Türflügelgewicht von ca. 300 kg. Da es weder den Mitarbeitern noch den Gästen des Hauses länger zu zumuten war, hatte der Bauherr sich 2004 entschlossen, die Gangflügel der Eingangstüren zu automatisieren. Dazu wurden die vorhandenen Türanlagen demontiert, die Profile verstärkt und wieder montiert. Ein Deckenantrieb wurde aus architektonischen Gründen nicht gewünscht. Zudem wäre dieser aufgrund des hohen Türflügelgewichts und der starken Frequentierung nicht geeignet gewesen.
Der hierfür bestens geeignete Unterflurantrieb wurde mit einer Edelstahlwanne abgedeckt. So konnte der vorhandene Naturstein integriert werden. Für Wartungszwecke können die Steinplatten einfach abgenommen werden.